Verbinden von mikrostrukturierten Folien

Schliffbild eines mikrothermogeformten und thermisch gedeckelten Mikrokanals: die Deckelung erfolgt bis zum Kanalrand und zeigt keine Deformation des Kanals

Das Verbinden von mehreren Kunststofflagen mit integrierten Kanälen ist eine Schlüsseltechnologie zum Aufbau fluidisch dichter und funktionaler Lab-on-a-Chip-Systeme. Hierbei wird ein mikrostrukturiertes Bauteil in der Regel mit einer planen Siegelfolie gedeckelt. Je nach Anwendung und Anforderung stehen verschiedene Adhesiv-Systeme oder thermisch bondbare Siegelfolien zur Verfügung.   

Ganz gleich ob es sich um mikrothermogeformte Folien, heißgeprägte Teile oder Spritzgussteile handelt – es müssen immer Kammern und feinste Mikrokanäle zuverlässig verschlossen werden, ohne dass Mikrokanäle dabei verstopf werden, und ohne vorgelagerte Reagenzien thermisch zu belasten und den späteren biologischen Nachweis (Assay) zu stören.

Je nach Anwendung und Anforderung eignen sich verschiedene Deckelungstechnologien, zu denen wir Sie gern beraten. Unsere Ansätze sind drucksensitive Klebefolien oder Thermodiffusionsbonden.  Drucksensitive Klebefolien setzten einen mikroverkapselten Kleber erst durch Druck frei. So kann der Kleber selektiv an der Kontaktfläche freigesetzt werden, während der Kleber in den Kanälen durch die Verkapselung passiv bleibt. Eine höhere Haftfestigkeit auch unter thermischer Belastung weisen thermisch gebondete Folien auf. Spezielle coextrudierte Folien erlauben das zuverlässige Siegeln ohne die Mikrokanäle zu deformieren.

Zum Bonden setzen wir Anlagen mit Plattensiegelung oder Rollenlamination ein. Die Plattensiegelung erfolgt in den Heißprägen des Typs HEX01 oder Wickert. Die genaue Kraftregelung als auch die Evakuierbarkeit der Anlagen bieten eine flexible leicht anpassbare Prozessführung. Alternativ steht ein Rollenlaminator mit gummierter temperierbarer Walze zur Verfügung.

Kontakt

Dr. Rouven Streller
Hahn-Schickard,
Freiburg
Tel.: +49 761 203-73205
Rouven.Streller@Hahn-Schickard.de
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