Wie Grippeviren in Zellen eindringen

26.03.2019

Ein internationales Team aus Forschern des Instituts für Virologie am Universitätsklinikum Freiburg und  der Professur für Anwendungsentwicklung am Institut für Mikrosystemtechnik - IMTEK, haben in enger Zusammenarbeit mit Hahn-Schickard einen neuen Mechanismus für das Eindringen von Influenzaviren in Zellen demonstriert. Die Wissenschaftler um Dr. Csaba Jeney und Dr. Peter Koltay veröffentlichten ihre überraschende Entdeckung, die geltende Erkenntnisse widerlegt, in der renommierten Fachzeitschrift Nature.

Bisher wurde davon ausgegangen, dass Grippeviren nur mit Zuckermolekülen in Zellen eindringen. Jetzt ist jedoch nachgewiesen, dass Proteine dieselbe Rolle spielen können oder zumindest für Infektionen obligatorisch sind. Die neuen Ergebnisse werden in Zukunft dazu beitragen, bessere Grippemittel und bessere Vorhersagen bezüglich der Epidemien zu entwickeln.

Grundlage für die eindeutige Bestätigung des neuen Mechanismus ist ein am IMTEK entwickeltes neues Testverfahren. Der sogenannte "Emulsion Coupling" Assay ist ein robustes, digitales Nachweisverfahren, das in Tausenden von unabhängigen Reaktionskammern durchgeführt wird, die in einer Wasser-in-Öl-Emulsion gebildet werden. Das Testverfahren basiert auf zwei Antikörpern, die gleichzeitig die Proteine erkennen, wobei dieses Signal in den Nachweis von DNA-Barcodes umgewandelt wird. Das Verfahren kombiniert auf einzigartige Weise leistungsfähige Mathematik und Biochemie mit der sogenannten absoluten Quantifizierung – so können die Forscher die einzelnen Moleküle buchstäblich zählen. Auf diese Weise kann der Test molekulare Erkenntnisse darüber liefern, was während der Grippeinfektion geschieht.

 Das Verfahren wurde patentiert und wird im Rahmen einer weiteren Ausgründung, der Actome GmbH, kommerzialisiert.