Spin-off erlöst 30,25 Millionen Euro

Das Cytena-Führungsteam von links nach rechts: CSO Julian Riba, CTO Andre Gross, CFO Benjamin Steimle, CEO Jonas Schöndube, and CMO Fabian Stumpf

Der Single Cell Printer (TM) von Cytena isoliert, sortiert und dispensiert einzelne Zellen.

06.08.2019

Das Spin-off aus dem Hahn-Schickard-Institut für Mikroanalysesysteme in Freiburg und der Universität Freiburg ist nun Teil der schwedischen Firma CELLINK AB

Die strategische Akquisition führt zwei Unternehmen zusammen, die sich bestens ergänzen: Das Life Science-Unternehmen CELLINK vertreibt Geräte und Technologien für das Drucken menschlicher Gewebe und von 3D-Zellkulturmodellen. Cytena produziert ein Laborgerät, das einzelne menschliche Zellen oder Bakterien isoliert, sortiert und dispensiert – ähnlich wie ein Tintenstrahldrucker. Das patentierte Verfahren findet besonders in der Forschung sowie in der Medikamentenherstellung Anwendung.

Gegründet wurde das Unternehmen Cytena 2014 von den ehemaligen Doktoranden aus dem Institut für Mikrosystemtechnik (IMTEK) der Universität Freiburg Dr. Jonas Schöndube (CEO) und Dr. André Groß (CTO) gemeinsam mit dem Wirtschaftswissenschaftler Benjamin Steimle (CFO) und Dr. Peter Koltay vom IMTEK, für den dies bereits die zweite erfolgreiche Gründung ist. Die Basistechnologie geht auf Grundlagen zurück, die an der IMTEK-Professur für Anwendungsentwicklung von Prof. Dr.-Ing. Roland Zengerle in Kooperation mit Hahn-Schickard bereits in den Jahren 2000 bis 2010 entstanden sind und in mehreren Forschungsprojekten von 2010 bis 2014 bis zum Prototypenstadium weiterentwickelt wurde.

Das Hahn-Schickard-Institut für Mikro- und Informationstechnik in Villingen-Schwenningen hat das Freiburger Start-up von Beginn an mit der Produktion von Silizium-Chips im eigenen Reinraum unterstützt. „Die Mikrosystemtechnik ermöglicht viele neue, spannende Produkte, aber der Schritt von der Forschung in die Fertigung ist für viele Unternehmen ein großes Hindernis. Die Stückzahlen sind anfänglich sehr überschaubar, und oft lassen sich große etablierte Fertigungsdienstleister auf kleine Start-ups mit unklaren Zukunftsaussichten erst gar nicht ein“, so Prof. Roland Zengerle, der das Hahn-Schickard-Institut in Freiburg leitet. „Hahn-Schickard schließt diese Lücke und begleitet seine Partner von der Idee bis zur Produktion“, so Prof. Alfons Dehé, unter dessen Leitung in Villingen-Schwenningen die Kapazität des dortigen Reinraums gerade verdoppelt wurde.

„Wir freuen uns zusammen mit den Gründern über den großen Erfolg von Cytena und die wachsenden Stückzahlen, die wir für Cytena nun produzieren dürfen“, so Peter Nommensen, der diese Entwicklung von Beginn an als Bereichsleiter für die Reinraumfertigung in Villingen-Schwenningen begleitet hat.

„Ausgründungen sind für uns ein immer wichtigerer Weg, um unsere Forschungsergebnisse in die Anwendung zu transferieren“, erklärt Zengerle. Die anderen zwei Wege sind wissenschaftliche Publikationen, der Technologietransfer über Köpfe, also den Wechsel von Hahn-Schickard Mitarbeitern zu seinen Kooperationspartnern sowie vor allem direkte Kooperationen mit der Industrie: „Die Erkenntnisse aus Publikationen können allerdings überall auf der Welt aufgegriffen werden. Das Steuergeld, das hier in Baden-Württemberg für die Forschung eingesetzt wurde, fließt dann nur spärlich, etwa über Lizenzeinnahmen wieder in das Land oder den Bund zurück. Im Unterschied hierzu schließt sich der Kreis, wenn wir Unternehmen am selben Standort gründen, an dem auch die Forschung gemacht wird. Das Know-how und die Hightech-Arbeitsplätze bleiben so im Land und das für die Forschung eingesetzte Steuergeld fließt sehr effizient zurück und kann neue Innovationen vorantreiben.“

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