Vom Leistungsniveau schwer beeindruckt!

Klevis Ylli erläutert für Bert De Colvenaer (links) ein innovatives Energy-Harvesting System, das Sensordaten eines Motors drahtlos an einen Tablet Computer überträgt (Condition Monitoring).

02/16/2018

„Sie haben hier ein Leistungsniveau erreicht, das man bei Instituten Ihrer Größe nicht ohne Weiteres erwarten kann“, zeigte sich Bert De Colvenaer, Executive Director der ECSEL-JU, während seines Besuches bei Hahn-Schickard beeindruckt. Er informierte sich in Villingen-Schwenningen darüber, wie Hahn-Schickard die Digitalisierung kleiner und mittlerer Unternehmen durch die Integration smarter Sensoren und elektronischer Komponenten unterstützt.

Die Integration elektronischer Komponenten und Systeme in smarte Produkte ist ein wesentlicher Schritt bei der Digitalisierung der Europäischen Wirtschaft. Um dieses Thema mit einer gewichtigen Stimme vertreten zu können, hat der Europäische Rat im Jahr 2013 die „public-private partnership“ ECSEL-JU (Electronic Components and Systems for European Leadership – Joint Undertaking) ins Leben gerufen. Partner dieser Unternehmung sind die Europäische Kommission, viele Mitgliedsstaaten und drei sogenannte Europäische Technologieplattformen. Letztere haben Industrieunternehmen und Forschungseinrichtungen aus 29 Europäischen Staaten als Mitglieder. Zielsetzung der ECSEL JU ist es, die Wertschöpfung der Elektronikbranche in Europa erheblich zu steigern und Arbeitsplätze durch weltweit führendes Know-How im Elektronik-Design und bei den Fertigungstechnologien zu sichern. Dazu hat ECSEL-JU bislang rund 870 Millionen Euro an Europäischen und nationalen Fördermitteln in Projekte mit mehr als 1.200 Teilnehmern investiert. Hinzu kamen Eigenmittel der Industrie im Umfang von rund einer Milliarde Euro als Kofinanzierungsanteil.

„Um auch künftig erfolgreich weiterarbeiten zu können, ist es wichtig, gerade kleine und mittlere Unternehmen stärker in die Projekte einzubeziehen, so dass sie optimal von unseren Förderprogrammen profitieren können und ihnen ein größerer Anteil der Fördermittel zu gute kommen kann“, erläutert Bert De Colvenaer eine wichtige Zielsetzung von ECSEL für die kommenden Jahre. Der frühere Industriemanager mit mehr als 20 Jahren Erfahrung in der Automobilindustrie steht seit rund zwei Jahren an der Spitze von ECSEL-JU. „Wenn wir wissen wollen, wie man gezielt und erfolgreich mit KMU zusammenarbeitet, müssen wir auf Forschungseinrichtungen wie Hahn-Schickard zugehen, die das auf regionaler, nationaler und Europäischer Ebene seit Jahren praktizieren - und müssen von ihnen lernen!“

Institutsleiter Prof. Alfons Dehé und Mitarbeiter des Business Developments und der Entwicklungsbereiche konnten ihrem Gast hierzu in mehreren Präsentationen gezielte Einblicke geben. Das Hahn-Schickard Engagement im Spitzencluster microTEC Südwest und in der regionalen Initiative TechnologyMountains wurden ebenso erläutert, wie die Mitarbeit des Institutes in der Europäischen Digitalisierungsinitiative „Smart Anything Everywhere“ (SAE Initiative). Erfolgsbeispiele aus Projekten mit KMU wie SMARTER-SI, Mikoa oder Wimbex rundeten das Besuchsprogramm ab.

„Wir sind sehr daran interessiert, unsere Förderformate dahingehend zu optimieren, dass eine noch intensivere Zusammenarbeit zwischen KMU und führenden Europäischen Forschungseinrichtungen in den folgenden Jahren ermöglicht wird“, zeigte sich De Colvenaer zum Abschied optimistisch: „Besonders erfreulich wäre es natürlich, wenn Hahn-Schickard dann auch zu einem erfolgreichen Projektkonsortium gehört und seine exzellente Arbeit künftig auch mit ECSEL-Fördermitteln fortsetzen könnte!“