3,5 Millionen Euro für den schnellen Nachweis antibiotikaresistenter Erreger im Krankenhaus

Ein handliches Anaylsegerät soll schnell Ergebnisse liefern

20.07.2015

Das Finanz- und Wirtschaftsministerium fördert das Forschungsprojekt „Schnellerer Nachweis antibiotikaresistenter Erreger im Krankenhaus“, das von Hahn-Schickard koordiniert wird. Zusammen mit fünf weiteren Instituten der Innovationsallianz Baden-Württemberg (innBW) ist angestrebt, multiresistente Krankenhauskeime schneller und kostengünstiger zu diagnostizieren. Ein besonders schnelles mobiles Diagnostiksystem für die simultane Detektion von Infektionserregern und deren Antibiotikaresistenzen auf der Ebene einzelner Zellen soll dies ermöglichen.

Das Bundesgesundheitsministerium geht davon aus, dass sich in Deutschland jährlich etwa 400.000 bis 600.000 Patienten mit antibiotikaresistenten Erregern infizieren. Bis zu 15.000 Patienten sterben an diesen sogenannten nosokomialen Infektionen. „Von den Ergebnissen des Forschungsvorhabens verspreche ich mir, dass Infektionen noch schneller und kostengünstiger erkannt werden“, sagte Finanz- und Wirtschaftsminister Nils Schmid. „Zum Wohl der Patienten können dann Antibiotikatherapien wesentlich beschleunigt werden.“
Im Gegensatz zu bestehenden Systemen soll das entwickelte System dem Klinikpersonal ermöglichen, infizierte Patienten noch schneller zu erkennen, differenziertere Entscheidungen bezüglich Kohortierungs-, Isolations- und Entisolationsmaßnahmen zu treffen sowie das Einleiten einer zielgerichteten Antibiotikatherapie wesentlich zu beschleunigen. Auf diese Weise soll das Vorhaben dazu beitragen die Ausbreitung von Krankenhausinfektionen weiter zu reduzieren.

Die enge interdisziplinäre Zusammenarbeit der beiteiligten innBW-Forschungsinstitute ermöglicht die Kombination verschiedener Hochtechnologien und erfüllt damit eine der wichtigsten Voraussetzungen für die sogenannten Durchbruch-Innovationen.

Beteiligte Institute:

  • Institut für Lasertechnologien in der Medizin in Ulm
  • Hohenstein Institut für Textilinnovation in Bönnigheim
  • Institut für Textil- und Verfahrenstechnik der Deutschen Institute für Textil- und Faserforschung in Denkendorf
  • Forschungsinstitut Edelmetalle + Metallchemie in Schwäbisch Gmünd
  • Naturwissenschaftliche und Medizinische Institut an der Universität Tübingen

 

Kontakt:

PD Dr. Felix von Stetten: Felix.von.Stetten(at)Hahn-Schickard.de, +49 761 203-73243
Simon Wadle: Simon.Wadle(at)Hahn-Schickard.de, +49 761 203-73228

Zur vollständigen Pressemeldung des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg