Medikamentendosierung - intraoral

Mit dem handlichen Gerät können die winzigen Kartuschen schnell und sicher gewechselt werden.

Viele Medikamente können schneller und gezielter über die Mundschleimhaut aufgenommen werden als über den Magen. Vor allem für Parkinsonpatienten ist eine kontinuierliche Dosierung wichtig. Wir haben deshalb ein intraorales Medikamentendosiersystem mit dem Namen „BuccalDose“ für flüssige oder wasserlösliche Medikamente entwickelt. Es kann nicht nur Wirkstoffe kontinuierlich abgeben, sondern durch miniaturisierte RFID-Tags die Therapie monitoren.

Das osmotische Abgabesystem wird in Form einer Kartusche in die Zahnprothese des Patienten integriert. Das Medikament kann so wesentlicher gezielter und effizienter verabreicht werden, da der Wirkstoff direkt in den Blutkreislauf gelangt. Hauptanwendung sind derzeit Parkinsonpatienten, da es bei diesen besonders auf eine konstante Abgabe der Medikamentendosis ankommt. Im fortgeschrittenen Stadium müsste der Patient bis zu acht Tabletten täglich einnehmen, und dies zeitlich sehr kontrolliert, sprich bis auf zehn Minuten genau. Die Kartusche des BuccalDose-Systems muss der Patient nur einmal am Tag wechseln.

Miniaturtag monitort Therapie

Das System ist telemonitorisch über eine Basisstation angebunden, über welche der Füllstand der Kartusche bestimmt wird. Die RFID-Technologie kommt zur Identifikation der Kartusche zum Einsatz, die durch einen Magneten in der Prothese gehalten wird. Auf dem integrierten miniaturisierten Tag sind Informationen wie Medikament, Abgaberate, Hersteller oder Ablaufdatum gespeichert. „Diese Daten können mit dem RFID-Reader zusätzlich zum Füllstand in der Basis erfasst werden und in Zukunft beispielsweise via Smartphone an ein medizinisches Überwachungsszentrum weitergesendet werden. Dies ist wichtig für die Patienten-Compliance: Der Arzt weiß so exakt, ob der Patient die Therapie einhält, oder er kann anhand der Daten die Therapie anpassen.